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Die Kunst der Pfeifenfertigung Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die nahezu 80 bis 100 Fertigungsschritte geben, die eine Pfeife durchlaufen muss, bevor Sie sie in unserem Hause erwerben können. |
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Bruyèreholz-Kantel
Das Bruyèreholz wurde vor weit über 100 Jahren entdeckt und man machte sich bald seine hervorragenden Eigenschaften bezüglich Widerstandsfähigkeit zunutzen. Die wertvollsten Eigenschaften dieser Holzart sind die außergewöhnliche Resistenz gegen die beim Tabakrauchen entstehende Hitze und der außergewöhnliche Charme der feinen Holzmaserungen. Bruyèreholz-Wurzeln werden in mühevoller Knochenarbeit aus hartem und steinigem Boden in meist schwer erreichbaren Berg-Regionen verschiedener Mittelmeerländer gefunden und ohne Maschinenhilfe ausgegraben. Nach dem Ausgraben wird die Wurzel vom Stamm getrennt und in Blöcke gesägt, die sogenannten "Kanteln" (siehe Photo). Unter ständiger & gewissenhafter Feuchthaltung werden die Kanteln dann zu den Pfeifenmanufakturen in aller Welt geliefert und müssen erst noch rund ein halbes Jahr gelagert werden, bevor sie für die Produktion verwendet werden können.
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Fertigung der Pfeifenköpfe Nach der gewissenhaften Auswahl von optimalen Kanteln für eine spezifische Pfeifenform wird auf einer sogenannten Kopierfräse die Kopfgrundform maschinell ausgefräst. Zuerst wird jedoch der Tabakbrennraum ausgefräst, denn nur mit dessen Hilfe kann die Kantel erst in die Kopierfräse eingespannt werden.
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Die erste Vorsortierung... Kleine Fehlerstellen, sogenannte "spots", sind auch bei besten & teuersten Holzsortierungen leider an der Tagesordnung, da es sich ja bei der Wurzel um ein Naturprodukt handelt, das bis heute nicht kultiviert werden kann. Daher werden die nun bereits vorgearbeiteten Pfeifenköpfe Stück für Stück per Hand auf solche Fehlerstellen untersucht und gegebenenfalls aussortiert.
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Das Mundstück Früher wurden alle Mundstücke grundsätzlich aus Kautschuk (Ebonite) gefertigt, einem vorgeformtes schwarzes Material, das zwar hervorragende Bisseigenschaften aufweist, jedoch leider aufgrund seiner chemischen Bestandteile unter Lichteinfluss schnell matt wurde und einen bitteren Beigeschmack entwickelte. Daher haben die meisten Serienpfeifen-Fabrikanten ihre Produktion auf sogenannte Acyrl-Mundstücke umgestellt. Zwar sind diese etwas teurer, dafür jedoch aber wesentlich unempfindlicher in der Handhabung.
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Zapfen & Mundstück werden verbunden Der sogenannte "Zapfen" ist die kleine Hülse, mit deren Hilfe das Mundstück am Pfeifenkopf befestigt ist. Der Zapfen wird bei fast allen Herstellern getrennt vom Mundstück gefertigt und anschließend mit dem Mundstück unter hinzunahme von Spezialkleber verpresst. Diese Fertigungsweise hat sich sehr bewährt, da im Falle eines defekten Zapfens nicht gleich das gesamte Mundstück erneuert werden muss.
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Der Zugkanal wird gebohrt Die Zuglochbohrung wird nun von Hand in den Pfeifenkopf gebohrt. Dieser Vorgang erfordert extrem viel Praxis und Fingerspitzengefühl, da das Zugloch ja bis auf einen Millimeterbruchteil genau am Fuße des Brennraums enden muss, um eine einwandfreie Funktion der Pfeife zu gewährleisten.
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Der Feinschliff Pfeifenkopf & Mundstück werden nun miteinander verbunden und an verschiedenen Schleifscheiben von Hand bearbeitet. Zuerst werden mit recht grobem Schleifpapier größere Grate und Übergänge (insbesondere zwischen Mundstück & Holm) entfernt. Die Körnung der Schleifpapiere wird dann immer feiner gewählt, bis letztendlich die Pfeife die gewünschte sanfte, seidenartige Oberfläche hat. Diese Arbeit wird häufig von Frauen durchgeführt, da man ihnen das bessere Fingerspitzengefühl nachsagt.
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Einschub: das sandstrahlen von Pfeifen Viele Pfeifenraucher bevorzugen sandgestrahlte Pfeifenköpfe, da sie etwas weniger empfindlich sind und sich auch ein wenig kühler rauchen lassen (größe Oberfläche, ähnlich Kühlrippen). Pfeifenköpfe, die zum hierfür geeignet sind, werden mit einem Hochdruck-Sandstrahl "beschossen", der die weicheren Anteile der Holzoberfläche entfernt. Die härteren Anteile bleiben erhalten und somit entsteht der "Relief"-Effekt einer sandgestrahlten Pfeife.
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Das vorbeizen.... Die klassisch glatte Pfeife erhält nun eine spezielle Beize, die den Kontrast des Holzes noch etwas verstärkt und die Maserung sehr schön hervorhebt. Nach dieser Beizenbehandlung wird die Pfeife erneut mit einem ganz feinen Sandpapier abgeschliffen.
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Das Polieren des Mundstücks Da Mundstück und Pfeifenkopf ja aus zwei völlig verschiedenen Materialien bestehen, müssen auch zur Politur dieser Bauteile unterschiedliche Wachse verwendet werden. Die Mundstücke werden in dieser Phase mit einem nahezu schwarzen Wachs poliert, der noch keinen Hochglanz erzeugt, jedoch die Oberfläche bereits sehr schön glättet und für die weiteren Prozesse vorbereitet.
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Die zweite Sortierung Nun erfolgt die zweite und wichtigste Sortierung der Pfeifenköpfe. Jetzt entscheidet sich, ob die Pfeife als nahezu "spot"-freies Exemplar in eine Top-Kategorie eingeteilt wird, oder aufgrund kleinerer Einschlüsse in der Oberfläche doch als eher preiswertes Modell in den Handel kommt. Eine gewissenhafte Überprüfung der Pfeifen ist für jeden Hersteller das A und O, da es nicht besonders vorteilhaft wäre, mindere Qualitäten zu höheren Preisen anzubieten. Das sogenannte "Grading" und die Qualitätskontrolle wird noch heute in vielen Manufakturen vom Chef selber durchgeführt.
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Verzierungen Im Laufe der Jahre haben verschiedene Applikationen und Verzierungen ihren festen Platz an der Pfeife erobert. Silberringe, Bambus, Horn, Zedernholz, Messing, Aluminium und sogar Titan schmücken heute viele Pfeifen und tragen nicht unerheblich zu deren Attraktivität bei.
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Das Beizen & Einfärben Nun erhalten die bisher noch naturhellen Pfeifenköpfe ihre entgültige Farbe. Verschiedenste Farbtöne von schwarz über mittelbraun, kastanienbraun, Mahagoni-rot bis hin zu hellen Light-Farben werden mit Hilfe einer speziellen Rezeptur von Hand aufgepinselt, meist in mehreren Durchgängen. Die Mischung dieser Beizen gilt unter den Herstellern als eines der wenigen streng gehüteten Geheimnisse. Sandgestrahlte Pfeifen erhalten meist eine schwarze oder dunkelrote Beize. Bei der Zusammensetzung der Beize/Farbe gilt es den idealen Mittelweg zwischen Abriebfestigkeit (Hitze, Handschweiss) und Isolierung des Holzes zu finden. Schließlich soll das Holz der Pfeife noch atmen können, was mit einer dicken Lackschicht nicht mehr möglich wäre.
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Das Finish Gut über 60% der Serienpfeifen werden in glatter Ausführung ausgeliefert, sei es in braun, rot oder anderen Farbtönen. Pfeifenkopf & Mundstück erhalten nun noch eine finale Behandlung mit speziellen Wachsen, die die Oberfläche schützen und ihr Hochglanz verleihen. Auch dieser Vorgang wird ausschließlich von Hand gemacht. Im Rahmen einer letzten Inspektion wird die Pfeife nun nochmals auf "Herz & Nieren" geprüft, anschließend verpackt und für den weltweiten Versand vorbereitet. Ein Stoffbeutel schützt die Pfeife vor Kratzern und Oberflächenbeschädigungen. Unser Dank gilt der Firma Stanwell/Dänemark für die freundliche Bereitstellung obiger Photos. |
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